Selbstgemachter Joghurt

Klar kann man Joghurt wie gewohnt im Supermarkt kaufen … man kann ihn aber auch ganz einfach selbst herstellen ! Und warum ich mich dazu entschieden habe das cremige Weiß selbst herzustellen, hat gleich mehrere Gründe:

Zunächst bin ich gerade auf dem „Zero-Waste-Trip“. Natürlich gelingt es mir nicht mein Leben ganz ohne Verpackungsmüll zu meistern, aber ich tu mein Bestes. Nachdem ich zunächst Shampoo & Duschgel gegen Seifen und Dosenfutter für den Vierbeiner gegen Selbstgekochtes ausgetauscht habe, ist die Joghurtherstellung nun mein nächstes Projekt.

Wenn man sich mal überlegt wieviele Joghurtbecher wöchentlich in einem – mit Jogi-Junkies bestückten – 4-Personen Haushalt anfallen, kommt da eine ganze Menge zusammen. Ich habe es kurz überschlagen und komme auf etwa 1.000 Becher im Jahr. Das kann man doch mit ein paar wiederverwendbaren Einmachgläsern besser machen, oder ?

Ein weiterer Grund für meine Entscheidung war der immense Zuckergehalt der gekauften Ware. Nein, nicht falsch verstehen: Ich liebe Zucker ! Aber da wo es möglich ist, ersetze ich ihn gerne durch Süßstoff oder reduziere ihn wenigstens. Andernfalls laufe ich ernsthaft Gefahr irgendwann als Happy Hippo zu enden 😉

Und last but not least: Selbstgemachter Joghurt ist einfach superlecker, schmeckt megafrisch und ich kann ihn mir nach Belieben stichfest oder cremig herstellen.

Viele Wege führen zum Ziel

Es gibt mehrere Möglichkeiten um ans Ziel zu kommen. Eigentlich braucht man zur Joghurtherstellung neben Milch und einem Starterjoghurt nur noch eine konstante Temperatur und etwas Geduld. Du kannst Joghurt im Joghurtzubereiter, im Backofen oder im Dörrautomaten reifen lassen.

Wer – wie ich – ohnehin im Besitz eines Dörrautomaten ist, braucht sich nicht extra einen Joghurtbereiter zuzulegen. Die Aufgabe des kleinen Helfers besteht lediglich darin, die Temperatur auf einem konstanten Level zu halten. Das gelingt mit einem Dörrautomaten genauso gut. Dieser bietet dir – je nach Modell – sogar wesentlich mehr Kapazität. Der Backofen ist für mich die schlechteste Wahl. Wenngleich ich auch schon oft gelesen habe, dass die Wärme der Backofenlampe für die Reifung ausreichend sei, möchte ich mich doch lieber auf eine verbindliche Temperaturanzeige verlassen.

Hardware

Dörrautomat (bzw. Backofen oder Joghurtbereiter),Einmachgläser, Dichtungsringe, Klemmen, Küchenthermometer, Kühlschrank

Zutaten

Milch, Starterjoghurt oder Ferment, eventuell Milchpulver

Verfeinern

Aroma, Früchte, Vanilleextrakt, Zitronenpaste, Orangenpaste, Sirup, Instantkaffee

Naturjoghurt

Das Rezept

Du benötigst:

    • 1 Liter Milch
    • 150 g Naturjoghurt oder alternativ
    • Ferment als Joghurtersatz

Die Grundlage bildet eine gute Milch. Für ein cremiges Ergebnis verwendest du am besten Milch mit einem Fettgehalt von 3,5% – besser noch 3,8%. Auch der Joghurt sollte für maximale Cremigkeit mindestens 3,8 % Fettgehalt haben. Wem das noch zu „mager“ wird, kann einen kleinen Teil der Milch durch Sahne ersetzen oder greift zu griechischem Joghurt mit etwa 9% Fettanteil.

Der Starterjoghurt ist wichtig um die Milch zu „impfen“. Durch den Zusatz der im Joghurt enthaltenen Milchsäurekulturen setzt der nötige Fermentierungsprozess erst ein. Wenn du auch hier schon Plastikmüll einsparen möchtest kannst du stattdessen Joghurtkulturen in Pulverform verwenden. Das hat zudem den Vorteil, dass du über die Zusammensetzung der Kulturen selbst entscheiden kannst.

Bei der großen Auswahl an Joghurtferment kann ich allerdings keine Empfehlung aussprechen. Hier hilft nur ausprobieren was schmeckt ! Von den verwendeten Kulturen hängen Geschmack und Konsistenz des Joghurts ab. Am Ende bestimmen die Kulturen ob dein Joghurt mild oder sauer und cremig oder stichfest sein wird. In jedem Fall aber kannst du dir bei der Verwendung des Ferments sicher sein, dass das Endprodukt lebende Joghurtkulturen enthält, was sich ja bekanntermaßen sehr positiv auf die Verdauung auswirken soll.

Laktosefreier Joghurt

Übrigens: Meine Versuche mit laktosefreiem Joghurt und laktosefreier Milch sind kläglich gescheitert. Die Herstellung gelingt zwar, aber der Joghurt kommt sehr dünn, irgendwie schleimig und nicht sehr lecker daher ...

Die Joghurtherstellung

Zunächst kochst du die Milch kurz auf um eventuell vorhandene Keime abzutöten. Danach lässt du sie auf 40-45° Grad abkühlen. Nun kannst du den Starterjoghurt unterrühren. Danach füllst du deine Einmachgläser mit dem Milch-Joghurt-Gemisch, legst den Deckel lose auf und stellst sie in den Dörrautomat (bzw. den Backofen oder Joghurtbereiter). Bei einer Temperatur von 30-40° Grad braucht der Joghurt etwa 8 bis 12 Stunden bis zur Reifung.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mein Joghurt nach 11 Stunden bei 40 Grad im Dörrautomat richtig schön stichfest ist. Je nach Methode, Bakterienstamm und vorgewählter Temperatur kann die Zeit bis zum stichfesten Joghurt etwas variieren. Hier musst du eventuell etwas herumprobieren um die richtige Voreinstelllung für die von dir gewünschte Konsistenz herauszufinden.

Während des Reifeprozesses sind die Bakterienstämme übrigens sehr empfindlich. Der Joghurt darf während der Fermentation deshalb keinen Erschütterungen ausgesetzt werden. Ist die Zeit abgelaufen muss der Joghurt sofort in den Kühlschrank gestellt werden. Dies sorgt unter anderem dafür, dass der Joghurt länger haltbar wird. Wie lange er sich tatsächlich hält kann ich gar nicht sicher sagen. Ich habe von 7-10 Tagen gelesen, aber das schafft unser Joghurt nie … er ist einfach zu lecker und schon vor Ablauf der Haltbarkeit vernichtet 😉

Küchenhygiene ist wichtig ! !

Um die Gläser bzw. Kunsstoffbehälter zu sterilisieren, sollten sie vor dem Befüllen mit kochendem Wasser ausgewaschen werden

Geschmacksrichtungen

Na, nun ist Naturjoghurt nicht jedermanns Sache. Meine große Tochter liebt ihn, meine Vierbeiner auch. Ich selbst mag lieber Joghurt mit Geschmack. Ich habe bereits verschiedene Möglichkeiten ausprobiert Naturjoghurt zu aromatisieren. Am einfachsten geht das mit Aromen. Die sogenannten „FlavDrops“ gibt es in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen und Qualitäten. Du bekommst sie gezuckert oder zuckerfrei, vegan, laktosefrei und wie immer du sie magst. Wem das zu künstlich ist, kann auf Sirup, Marmelade, Vanilleextrakt oder Orangen- bzw. Zitronenpaste zurückgreifen. Ein paar Extrafrüchte runden den Geschmack ab. Allen Möglichkeiten gemeinsam ist, dass sie im Nachhinein in den Joghurt eingerührt werden.

Für den Star in meinem Kühlschrank – den stichfesten Mokka-Joghurt- habe ich allerdings schon eine Möglichkeit gefunden ihn schon vor der Reifung zu aromatisieren

Mokkajoghurt Rezept

  • 500 ml Frischmilch 3,8% Fett
  • 75g stichfester Joghurt 3,8% Fett
  • 10-15g Instantpulver Kaffee (je nach Geschmack)
  • 1 gehäufter Esslöffel Milchpulver

Die Milch zusammen mit dem Instantpulver aufkochen. Auf etwa 40-45°Grad abkühlen lassen und den Joghurt einrühren. In Gläser füllen und bei 40 Grad etwa 11 Stunden reifen lassen. Danach die Gläser fest verschließen und sofort in den Kühlschrank stellen.

TIPP: Das Milchpulver verleiht dem Joghurt mehr Stabilität. Bei der Verwendung von Milch und Joghurt mit 1,5% Fett verdoppelst du die Menge des Milchpulvers um eine feste Konsistenz zu erhalten.

Guten Appetit !

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Claus Schmidt
Claus Schmidt
3 Monate her

Mmmhhhh, da läuft mir jetzt schon das Wasser im Mund zusammen…Mokkajoghurt, stichfest und schön gekühlt…werde ich auf jeden Fall nach machen.Danke dafür und für die superschönen Fotos! Nice Weekend liebe Bettina 😉

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Bettina Dittmann
Bettina Dittmann
Antworte auf  Claus Schmidt
3 Monate her

Lieber Claus,
der schmeckt auch suuuuperlecker. Versprochen !!!

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