Meine Lieblingsobjektive

Nahezu täglich erreichen mich auf meinen Social-Media-Kanälen Nachrichten mit Fragen zu meiner Fotoausrüstung. Doch nicht nur der verwendete Kameratyp ist für andere interessant, weitaus mehr Anfragen erhalte ich zu meinen Objektiven.

Die meisten Hobbyfotografen nutzen ein Kit-Objektiv oder ein etwas besseres Reisezoom-Objektiv.  Bei meiner Beantwortung der meistgestellten Frage: „Welches Objektiv benutzt du denn?“ sind die meisten Fotografen schockiert oder demotiviert. Ja, ich habe eine Menge Objektive. Bis auf meine 70-200 mm Actionlinse und ein 15-30 mm Weitwinkelobjektiv um Landschaften ins Bild mit einzubeziehen, nutze ich ausschließlich lichtstarke Festbrennweiten.

Ich will nicht abstreiten, dass es mühsam ist, zu jedem Hundeshooting einen schweren Rucksack mitzuschleppen, der aus allen Nähten platzt. Günstig in der Anschaffung sind gute Objektive leider auch nicht. Aber es lohnt sich !

Natürlich musst du dir vorab die Frage stellen: „Was genau will ich eigentlich mit meiner Fotografie anfangen?“ Es macht einen Unterschied, ob du lediglich ab und an ein paar nette Schnappschüsse deines Vierbeiners, oder Hundeshootings im Auftrag für Kundschaft planst. Für dich privat mag ein günstiges Objektiv ausreichen, die Kundschaft erwartet aber etwas mehr. Klar, es gibt durchaus Menschen, die ein schlechtes Handyfoto nicht von einem professionell bearbeiteten Bild unterscheiden können. Zu meinem Erstaunen gibt es das sogar öfter, als man glauben mag. In einem Punkt macht der Kunde jedoch nie Abstriche: Scharf muss es sein. Und die Augen soll man auf den Fotografien sehen können. Und da fängt die Sache mit der Lichtstärke auch schon an…

Kit- und Reisezoomobjektive sind meistens sehr lichtschwache Linsen.

Das macht sie zwar günstiger und leichter, schließt aber auch ein feines Bokeh von vornherein aus. Auch der Autofokus ist meistens – zumindest für Actionaufnahmen- viel zu langsam. Diese Objektive sind dafür ausgelegt, Eindrücke von Landschaften, Familienfeiern etc. schnell und unkompliziert in akzeptabler Schärfe abzubilden. Das in meinen Fotografien so oft geliebte Spiel mit der Unschärfe in Vorder- und Hintergrund, fängt erst bei Blendenöffnungen unter f/2.8 an. Somit wären die meisten Reisezooms schon raus.

Im Folgenden möchte ich dir die Objektive vorstellen, die ich für meine Hundefotografie nutze. Alle Bilder sind an einer Vollformatkamera entstanden. Die älteren Aufnahmen stammen von einer Canon 5D Mark IV, die neueren Bilder von einer spiegellosen Canon R5. Da eine bestimmte Brennweite je nach Hundegröße eine andere der Wirkung erzielt, habe ich mich nach langem Überlegen dazu entschlossen, die unterschiedliche Bildwirkung ausschließlich an Beispielbildern von ROCKET zu demonstrieren. Ein 85mm Objektiv in Verbindung mit einem Labrador ergibt ein komplett anderes Bild, als wenn du es für einen Yorkshire Terrier verwendest. Ausnahme: Das Bild vom Hunderennen 🙂

Und nun meine Objektive und die versprochenen Beispiele. Der Produktlink führt direkt zum Angebot auf Amazon. Für die Leser, die ein anderes Kamerasystem nutzen, habe ich Alternativen dazu gepackt. 

Als Amazon Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Für dich bedeutet das keine zusätzlichen Kosten!

Canon EF 70-200mm | F 2.8 | L IS USM II

Auch an meiner spiegellosen Canon nutze ich weiterhin mit großer Begeisterung mein geliebtes Telezoom Objektiv von Canon. Es ist eines meiner liebsten Objektive überhaupt. Ich nehme es immer dann, wenn es schnell gehen muss. Bei Actionaufnahmen und Hunderennen hat mich diese Linse noch nie im Stich gelassen. Der Autofokus ist ultraschnell und sitzt nahezu immer perfekt. Bei einer Brennweitenvorwahl von 200 mm gibt mir dieses Objektiv außerdem die Möglichkeit mich einige Meter vom Motiv zu entfernen. Auf weitläufigen Wiesen und im Wald kann ich den Hund somit bestens freistellen. Vorder- und Hintergrund verschwimmen bei einer Blendenöffnung von maximal f2.8 wunderbar in Unschärfe und die Nacharbeit der Aufnahmen beschränkt sich auf ein Minimum. Ein weiterer schöner Effekt ist die Verdichtung des Bildes durch die lange Brennweite. Der Fokus liegt immer schön auf dem Hauptdarsteller. In der Stadt funktioniert das natürlich genauso gut.

Canon 70-200 EF
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Tamron 70-200
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Canon 70-200 RF
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9653

Sigma 150mm Makro | F 2.8

Zugegeben: Es würde auch ein 100mm Makroobjektiv genügen. Da ich mir aber wegen der Fluchtdistanz von Insekten diese Brennweite zugelegt habe, kommen bei mir eben 150mm zum Einsatz. Du kannst ein Makroobjektiv immer dann wählen, wenn du Detailaufnahmen anfertigen möchtest. Zum Beispiel von Pfoten oder deren Abdrücke im Schnee, Sand oder ähnlichem. Immer wieder beliebt sind auch Detailaufnahmen von Hundenasen. Auf dem oberen Foto habe ich den Zahnwechsel meines Vierbeiners festhalten wollen. Ein Makroobjektiv ist kein Objektiv, welches man sich für die Hundefotografie unbedingt zulegen muss – aber es macht Spaß.

Mein Sigma Modell ist leider nicht mehr erhältlich, ich habe es selbst aus zweiter Hand. Ich verlinke deshalb auf andere Objektive.

Canon Makro EF 100
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Sigma 105mm Makro
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Sigma 135mm | F 1.8 | DG HSM Art

Eine Wahnsinnslinse! Obwohl mich dieses Objektiv an meiner alten Spiegelreflex mit häufigen Fehlfokussierungen beinahe in den Wahnsinn getrieben hat, habe ich es immer behalten. Das creamy Bokeh dieser Gläser ist einfach ein Träumchen! Ich nutze es oft, wenn ich gezwungen bin mit weit offener Blende zu fotografieren. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ich Hunde in privaten Gärten ablichten soll. Oft habe ich als keine Möglichkeit irgendwelchen hässlichen Zäunen, Mülltonnen, Wäscheständern oder Garagen auszuweichen. Hier hilft es bei 1.8 zu fotografieren. Schon ist alles bis auf den Schnuffelwuffel ausgeblendet. Die Schärfe an einer spiegellosen Kamera ist zudem atemberaubend, Fehlfokussierungen gehören seit Nutzung der R5 zum Glück auch der Vergangenheit an.

Sigma 135 mm Art
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Canon 135 mm
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Canon EF 85mm | F 1.4 | L IS USM

Dieses Portraitobjektiv ist mein Immerdrauf. Immer wenn ich ohne Ziel und Plan mit meiner Fellnase ausrücke, fällt die Wahl auf das 85mm Objektiv. Es hat die gleichen Vorzüge wie das Sigma 135 mm Art, nur dass ein wenig mehr von der Umgebung auf das Bild passt. Das macht sich nicht unbedingt bemerkbar, aber man muss sich nicht so weit vom Motiv entfernen um den gleichen Effekt wie mit dem 135er zu erzielen. Das kann praktisch sein, wenn du einen nervösen Vierbeiner in der Stadt fotografieren musst.  Die Nähe zum Hund lässt schnelles Eingreifen zu, falls diesem komische Flausen in den Kopf kommen.

Sigma 85 mm Art
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Canon 85 mm
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Canon EF 50mm | F 1.8 | STM

Ja, ich habe keine Ahnung, wie alt dieses Objektiv schon ist. 10 oder vielleicht auch schon 15 Jahre. Aber egal, es erfüllt seinen Zweck. Vermutlich werde ich mir doch irgendwann die RF Version zulegen, aber der Leidensdruck ist bisher noch nicht groß genug. Ich nutze das Objektiv in Ausnahmefällen, eigentlich hauptsächlich bei Schnappschüssen. Es hat eine gute Abbildungsleistung, ist scharf und führt auch bei extremer Nähe zum Motiv nicht zu verzerrten Gesichtern. Es wird nicht zu sehr künstlerischen Fotografien eingesetzt, sondern dient meist der ansehnlichen Dokumentation besonderer Ereignisse.

Canon 50mm STM
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Canon 50mm USM
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Canon 50mm RF
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Canon EF 40mm | Pancake STM

Noch näher ran – fast noch verzerrungsfrei. Ein Objektiv zum Experimentieren und freuen. Es lässt mich ganz nah ran, verzerrt die Hundeschnauze jedoch nicht so schlimm wie ein 35mm oder 20mm Objektiv.

Kein „Must-have, aber ganz praktisch für bodennahe Spielereien mit meiner kleinen Flitzpiepe. Überhaupt finde ich den Einsatz bei kleinen Hunden besser als bei großen Exemplaren. Eignet sich für Outdoor genauso gut wie für Studioaufnahmen.

Das Objektiv gibt es so nicht mehr so leicht zu kaufen. Aus diesem Grund verlinke ich auf das Sigma Art Objektiv.

Sigma 40mm Art
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Sigma 35 mm | F 1.4 | DG HSM Art

Mit 35mm Brennweite lässt sich jede Menge Umgebung einfangen. Wichtig ist das immer dann, wenn der stolze Besitzer zeigen möchte, wo der Wuffel schon überall war. Also Hund vor Pyramiden, am Meer oder in der Oper 😉 Ernsthaft, du kannst damit einen Hund schön in der Landschaft zeigen, oder eine Landschaftsaufnahme mit Hund kreieren. Falls du lieber mit Spaßfaktor fotografieren möchtest, lässt dich das Sigma sehr nah an den Vierbeiner ran. Lustig verzerrten Gesichtern steht somit nichts mehr im Weg – und das bei einer beeindruckenden Schärfe schon bei Blendenwerten um die f/2.0!

Bleibt noch zu sagen, dass dieses Art Objektiv (wie auch alle anderen Objektive dieser Reihe) eine Wahnsinnschärfe und  sehr schöne, satte Farben zaubert. Ein Leichtgewicht darfst du trotz der geringen Brennweite trotzdem nicht erwarten. Ich fand die Brennweite beim Auspacken überraschend schwer und groß.

Sigma 35 mm Art
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Canon 35 mm RF
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Canon 35 mm EF
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Tamron SP 15-30 mm | F2.8 | Di VC USD

Ein Weitwinkelobjektiv. Auch hier gilt: Kann man haben – muss man nicht. Wie das zuvor beschriebene Objektiv eignet es sich auch für Landschaftsaufnahmen mit eingebundenem Hund oder für extreme Verzerrungen. Der Einsatz ist Geschmackssache. Ich habe es nur sehr selten im Einsatz. Hauptsächlich dann, wenn ich mir vornehme komplette Türen mit auf das Bild zu bringen. Explizit Kirchentüren fallen mir dazu ein. Aber auch andere schöne Portale gewinnen an Bedeutung, wenn sie dank der weitwinkeligen Perspektive derart wuchtig ihren Platz im Bild einfordern.

Noch extremere Bilder lassen sich mit einem Fisheye zaubern. Das kam bei mir allerdings derart selten zum Einsatz, dass ich es für sinnvoll erachtete, es wieder zu verkaufen 😉

Tamron 15-30mm
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Canon 16-35 mm
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Sigma 18-35mm
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Fazit

Ich hoffe durch meine Beispielbilder und Beschreibungen konnte ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen, falls du dir noch unsicher bist, welche Objektive du dir für die Hundefotografie zulegen möchtest. Abschließend kann ich sagen, dass ich drei absolute Favoriten im Rucksack mitschleppe:

Das Canon 70 – 200, das Sigma Art 135 mm und das Canon 85 mm.

Mit diesen drei Objektiven lassen sich meisten Herausforderungen meistern. Sie sind absolut zuverlässig, liefern knackscharfe Abbildungen und haben einen blitzschnellen Autofokus. Alles andere sind Spielereien, die man nicht unbedingt haben muss. Übrigens nutze ich meine Lieblingsobjektive gleichermaßen für andere Tiere.

Ideen und Workshops zum Thema findest du in meinem neuen Ratgeber: Fotokarten „Kreative Fotoaufgaben Hundefotografie“. Die Karten erscheinen am 2. März 2022 im humboldt-Verlag, können aber bereits jetzt schon vorbestellt werden.

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