Nun denn, was soll ich sagen ….. Es ist mal wieder soweit  😉 

Während andere sonntagmorgens – mit einem süffigem Crémant in der Hand – einem unterhaltsamen Plausch auf der Golfterrasse fröhnen, ziehen wir (mein Fotoclub und ich) auf ne heiße Dosenwurst im Atombunker los. Klar ist vorher schon: Es wird keine richtige Urbexer-Tour. Der Bunker ist top in Schuss. Wir bekommen zu Beginn eine zweistündige Führung  und danach erstmal üppig Frühstück. Was das Herz begehrt … Kaffee, Brötchen, Marmelade, Nutella, Wurst, Käse,  Eier – einfach alles …. und viel! So viel, dass wir kopfschüttelnd andere Fotografen dabei beobachten, wie sie sich die Frühstücksportionen für schlechte Zeiten in die Taschen packen um sie mit nach Hause zu nehmen. Das Frühstücksangebot stammt sicher nicht vom Feinkostladen, ist aber durchaus gutbürgerlich und liebevoll präsentiert. Hier machen sich die Besitzer alle Mühe !  

Der Bauplan des Bunkers
Der Bauplan des Bunkers wird den Besuchern vor der Führung ausgehändigt

Während der Führung versucht uns Herr Röhling zu vermitteln, was im Notfall eines atomaren Angriffs im Bunker und rund um das Einzugsgebiet abgelaufen wäre. Er spielt ein mögliches Kriegsszenario vom Anfang bis zum Ende der Führung komplett durch. Uns wird beim Planspiel „Atomkrieg“ schnell klar, dass hier lediglich 200 Angestellte Unterschlupf gefunden hätten um den „Regierungladen“ aufrecht zu erhalten. Die Evakuierung der Bevölkerung hätte wohl einen weitaus weniger erfreulichen Lauf genommen. Man muss sich klarmachen, wie schnell die Straßen dicht, die Bahnen voll und die betroffenen Menschen somit im Fallout gefangen gewesen wären. Herr Röhling erklärt dies eindrücklich und schmeißt uns Zahlen von möglichen Opfern um die Ohren, die einem das kalte Grauen lehren. Die Zahl derer, denen eine Flucht rein hypothetisch gelungen wäre ist übrigens …. schauderlich wenig !!! Wollen wir uns das nicht weiter ausmalen und auch nicht thematisieren 😯 

Wie wir erfahren hat Familie Röhling das Grundstück 1998 gekauft – Kaufpreis geheim. Herr Röhling hat nur soviel verlauten lassen, dass der Bunker quasi beim Grundstückspreis als kleines Präsent „dabei“ war  🙂 … Gönnen wir ihm sein kleines Geheimnis ! Seither wird die Anlage wunderbar gepflegt, was man dem Betonkasten auch ansieht. Im Bunkerinneren finden sich glaube ich weniger Schimmelsporen als in meinem Waschkeller – für das URBEXERherz fast enttäuschend …… Hier funktioniert wirklich alles…. Licht, Wasser und sogar die alten Telefaxgeräte. Im Studio läuft das Radio, die Sprechanlage lädt zu Durchsagen der Besucher ein und überhaupt könnte man hier glatt einziehen ….wäre es nur nicht so beschissen kalt. Hier stehe ich mit Daunenjacke, Pulli und Jeans und die Temperatur ist höllisch unangenehm ! Ich bin am rätseln ob meine Fußzehen weiß, blau oder schon schwarz sind und schwöre mir, keinen Bunker mehr ohne den Luxus einer langen wollenen Unterhose zu betreten. Abartig ! Nach der Führung haben wir alle genug Zeit uns den Bunker fotografisch vorzunehmen. Was dabei rumgekommen ist ? Bitteschön:

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Mittags um 16.oo Uhr: Kaffeepause. Es gibt Kaffeegebäck mit Cremefüllung, Amerikaner, Schokolade und diverse Schokoriegel. Dazu ein netter Plausch mit den Besitzern – ich bin begeistert ! So richtig „lost“ ist die Anlage nicht und deshalb die Luft fotografisch bei mir momentan auch ziemlich raus. Ich ziehe es vor mit meinem Handy einen Rundgang von oben nach unten zu machen und die Räumlichkeiten zu filmen – naja, mal wieder mehr schlecht als recht mit dem Smartphone, aber wurscht :mrgreen: . Glücklicherweise hat Familie Röhling nichts dagegen: „DANKE !“

Und hier könnt ihr euch das Ergebnis anschauen:

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Ach … und noch was: So wenig der Bunker vielleicht fotografisch für das Hardcore-Urbexerherz hergibt, so nachdenklich stimmt doch die zweistündige Führung inklusive Planspiel „Atomkrieg“. Wir sollten uns alle mal wieder besinnen, denn eines wurde mir beim gedanklichen Durchspielen ganz klar ….. Wenn du nicht teuflisches Glück hast – kommst du im Falle eines atomaren Angriffs eher nicht davon ….

… hmmmm … oder vielleicht ist DAS dann gerade das Glück ….

 

Informationen zum Atombunker

Weitere Informationen findet ihr unter der Internetadresse ausweichsitz-nrw.de  Dort könnt ihr auch Führungen und Fototouren direkt bei den Besitzern buchen. Die Besichtigung des Bunkers und Fototouren sind nur mit vorheriger Anmeldung und ab Gruppen von mindestens 10 Personen möglich. Insgesamt lässt Familie Röhling bis zu 50 Fotografen auf einer Tour im Bunker los, was sich mal mehr und mal weniger gut verteilt … Dafür ist aber für das leibliche Wohl wirklich bestens gesorgt. Wasserflasche und Wurstsemmel könnt ihr getrost zuhause lassen ! Die Karte zeigt euch den genauen Standort in Kall-Urft an. Übrigens, in der Software von Navigationsgeräten ist der Bunker nicht berücksichtigt …

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